|
Aldi-Wurst mit Handwerks-Tradition? |
|
|
|
Montag, 14. November 2011 |
ALDI: Die Discounter sind ins Visier des Ernährungshandwerks geraten. Jetzt haben die Fleischer Aldi-Süd abgemahnt.
Letztes Jahr klagte das Deutsche Bäckerhandwerk gegen Aldi. Der Discounter hatte damit geworben, dass die Kunden in vielen Filialen jetzt frisch gebackene Wären bekäme - und das ist nach Ansicht des Bäckerverbandes unmöglich. Dieses Jahr war Lidl an der Reihe, das seine Backwaren nach Ansicht der Handwerksbäcker nicht korrekt auszeichnet und die Leitsätze des deutschen Lebensmittelbuches für Brot und Kleingebäck nicht einhält (das Deutsche Handwerksblatt berichtete).
Jetzt melden sich die Handwerks-Fleischer ebenfalls zu Wort und mahnen Aldi-Süd wegen verbrauchertäuschender Werbung ab. Sie haben den Konzern aufgefordert, eine Unterlassungserklärung für die Zukunft abzugeben.
Der Deutsche Fleischerverband (DFV) kritisiert dabei eine Anzeige von Aldi-Süd, die "sowohl in Wortwahl als auch Aufmachung den Eindruck erwecken soll, dass die angebotenen Waren handwerklich produziert wurden", erklärt Gero Jentzsch, Sprecher des Verbandes. Die Gestaltung der Produktverpackungen sowie Aussagen wie "Meine Metzgerei", "aus eigener Schlachtung" und "handwerkliche Tradition" verfolgen nach Ansicht des Fleischer-Verbandes das Ziel, dem Verbraucher das falsche Bild eines Handwerksbetriebs zu vermitteln.
"Der substanzielle Unterschied zwischen Handwerk einerseits und Industrie und Handel andererseits soll hier verschleiert werden", kritisiert Jentzsch. Diese Vereinnahmung des Handwerksbegriffs werde vom DFV nicht akzeptiert und mit den gebotenen rechtlichen Mitteln bekämpft.
Aldi-Süd hat nach Angaben des Fleischerverbandes inzwischen reagiert, wolle aber die Unterlassungserklärung derzeit nicht abgeben. Zurzeit prüft der DFV, welche Schritte nun erforderlich seien, erklärt Sprecher Gero Jentzsch: "Eine Klage ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen, konkrete Entscheidungen gibt es allerdings noch nicht."
|