DAS HANDWERK
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| Verabschiedung von Herrn Gnaß in den Ruhestand |
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| Donnerstag, 05. Januar 2012 | |
Herr Dr. Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Heinsberg hielt die Rede anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand
des Herrn Karl Willi Gnaß, Elektroinstallateurmeister und Ausbildungsmeister, am 20. Dezember 2011.
Sehr geehrter Herr Gnaß,
sehr geehrte Frau Gnaß,
sehr geehrte Herren,
zu dieser Feierstunde zur Verabschiedung unseres langjährigen verdienten Mitarbeiters, begrüße ich Sie sehr herzlich.
Ganz besonders begrüße ich
Herrn Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn,
Herrn Obermeister Hans-Peter Tholen,
Herrn Gesellenprüfungsvorsitzenden Heinz Jütten,
Auch den Vertretern der Presse sage ich ein herzliches Willkommen.
Sehr geehrter Herr Gnaß,
alles begann mit einem Bewerbungsschreiben am 29.8.1972 an den damaligen Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Erkelenz, Herrn Roidl, und den damaligen Kreishandwerksmeister, Herrn Wimmers.
Ich zitiere:
„Sehr geehrte Herren,
hiermit möchte ich mich für die ausgeschriebene Stelle eines Elektroinstallateurmeisters bewerben. Ich bin an einer Dauerstellung interessiert und teile Ihnen nachstehend meinen beruflichen Werdegang mit:
Lehre im Elektroinstallateurhandwerk vom 1.4.1963 bis 30.9.1966,
Gesellenprüfung im Elektroinstallateurhandwerk am 30.9.1966,
Meisterprüfung im Elektroinstallateurhandwerk am 2.12.1971.
Zurzeit besuche ich einen Elektromeister-Lehrgang bei der Handwerkskammer Aachen, der mit dem Elektroniker-Pass ab-schließt.
Sollten Sie an einer Rücksprache mit mir interessiert sein, bin ich gerne bereit, bei Ihnen vorzusprechen und meine Zeugnisse mitzubringen.
Hochachtungsvoll
Karl Willi Gnaß“
Und tatsächlich: bereits am 11. September 1972 wurden Sie, bei der damaligen Kreishandwerkerschaft Erkelenz als Werkstattlehrer dauerhaft eingestellt.
Und aus der Dauerstellung wurden über 39 Jahre!
Die genaue Zahl von Lehrlingen, Umschülern, Praktikanten etc, denen Sie in dieser Zeit Ihr Wissen und fachliches Können vermittelt haben, ließ sich beim besten Willen auch nicht annährend feststellen.
Berechnungen von Herrn Willms haben ergeben, dass Sie ca. 2000 Auszubildende in ca. 40.000 Stunden überbetrieblich unterwiesen und zur Gesellenprüfung geleitet haben. Eine sehr eindrucksvolle Leistung.
Nebenbei sind Sie mit der Elektrowerkstatt zweimal umgezogen. 1999 von Erkelenz-Granterath zum Franziskanerplatz in Erkelenz und später 2006 zu unserem jetzigen Ausbildungs-standort nach Erkelenz-Terheeg.
Doch was ist Herr Gnaß eigentlich für ein Mensch? Sein Sternzeichen, Herr Gnaß ist Steinbock, gibt uns Hinweise:
Der Steinbock ist ein ernsthafter Mensch, ein Realist, dem Klarheit und Sicherheit über alles geht. Überschwang ist ihm fremd. Zielstrebig geht er durchs Leben, das für ihn gleichbedeutend ist mit dem Erfüllen von Aufgaben. Der Steinbock identifiziert sich durch sein Tun und durch die Bewältigung von Problemen. Die Übernahme von Verantwortung ist die Grundlage seines Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens. Sachlich und kühl weiß er seine Fähigkeiten abzuschätzen. Er wagt sich an Aufgaben heran, deren Bewältigung anderen aussichtslos erscheinen. Und in der Regel wird er es schaffen, weil er über außerordentliche Kräfte, zähes Durchhaltevermögen und eiserne Selbstdisziplin verfügt. Alle diese Eigenschaften, sehr geehrter Herr Gnaß, haben Ihnen dabei geholfen, den vielfältigen Verpflichtungen, die ein engagierter und ein fachlich ausgesprochen kompetenter Ausbildungsmeister täglich zu bewältigen hat, nachzukommen und der großen Verantwortung gerecht zu werden. Verpflichtungen, die Sie nicht nur erfüllt, sondern vorbildlich und mit Bravour erfüllt haben.
Ich weiß nicht, sehr geehrter Herr Gnaß, an wie vielen Lossprechungsfeiern Sie in Ihrem Berufsleben teilgenommen haben bzw. an wie vielen Sie zukünftig als „Ruheständler“ hoffentlich noch teilnehmen werden. Heute jedenfalls ist Ihre ganz persönliche Lossprechungsfeier!
Üblicherweise wird anlässlich von Lossprechungsfeiern den Losgesprochenen mit auf den Weg gegeben, „niemals aufzuhören mit dem Lernen“. Es mag erstaunlich klingen, aber auch Sie, sehr geehrter Herr Gnaß, werden nach Ihrer heutigen Lossprechung lernen müssen. Sie werden lernen müssen, ohne die jungen Menschen, deren qualitativ hochwertige Ausbildung Ihnen so lange und so intensiv am Herzen lag, auszukommen. Sie werden lernen müssen, ohne das tägliche Miteinander am Arbeitsplatz und mit all’ den damit einhergehenden guten und negativen Dingen umzugehen. Wie ich Sie einschätze, wird Ihnen das nicht leicht fallen.
Und Sie werden lernen müssen, Ihren bislang fest durch den Beruf vorgegebenen Tagesablauf völlig neu zu ordnen, die Unmengen von Zeit sinnvoll zu nutzen – das wird Ihnen vermutlich nicht schwer fallen.
Jedenfalls freue ich mich für Sie, dass Sie künftig losgelöst von den täglichen Verpflichtungen Zeit und Muße haben werden für Ihre Hobbys und für Ihre ganz private Lebensgestaltung.
An dieser Stelle möchte ich aber auch Ihnen, sehr geehrte Frau Gnahs, danke sagen für die Geduld und Unterstützung Ihres Mannes während seiner langen Mitarbeit bei der Kreishandwerkerschaft Heinsberg. Herr Kreishandwerksmeister Wiesenborn wird Ihnen als Anerkennung im Anschluss an meine Worte einen Blumenstrauß überreichen.
Ich mache aber auch keinen Hehl daraus, dass ich Sie eigentlich nur sehr ungern und schweren Herzens in den Ruhestand verabschiede. Zum Glück konnten wir mit Herrn Straten einen – wie wir glauben – würdigen Nachfolger finden, der in Ihre Fußstapfen treten wird.
Letztlich sind wir aber froh, dass Sie uns so lange die Treue gehalten haben. Es ist schon bemerkenswert, wenn ein Mitarbeiter nahezu 40 Jahre ununterbrochen in einem Unternehmen arbeitet. Es muss eine gute Zeit für beide Seiten gewesen sein.
Für Ihre langjährige vorbildliche Mitarbeit danke ich Ihnen nochmals sehr herzlich, sehr geehrter Herr Gnaß. Ich wünsche Ihnen viele Jahre eines erfüllten und nie langweiligen Ruhe-stands. Ich spreche Sie hiermit von den Verpflichtungen eines Ausbildungsmeisters bei der Kreishandwerkerschaft Heinsberg los.
Ihnen allen, meine Damen und Herren, danke ich für geduldiges Zuhören und wünsche noch ein gemütliches Zusammensein.
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